Umzugstipps & Ratgeber

10 Wochen vor dem Umzug - Gut informiert, risikolos umziehen

Worauf Sie bei der Wahl eines Umzugsunternehmens achten sollten.

Die Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg e.V. ist unser regionaler Unternehmensverband. Die Fuhrgewerbe-Innung betreut seit über 110 Jahren Umzugsunternehmen der Region Berlin & Brandenburg. Darüber hinaus ist die Fuhrgewerbe-Innung immer wieder Anlaufpunkt für unzufriedene Umzugskunden. In den häufigsten Fällen handelt es sich hierbei um Unstimmigkeiten mit Unternehmen, die nicht Mitglied in einem Verband des Transportgewerbes sind.

Um den entscheidensten Gefahren aus den Weg zu gehen, haben wir die wichtigsten Fragen für Sie zusammengefasst.

Güterkraftverkehr ist die geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderung von Gütern mit Kraftfahrzeugen, die einschließlich Anhänger ein höheres zulässiges Gesamtgewicht als 3,5 Tonnen haben. Der gewerbliche Güterkraftverkehr ist erlaubnispflichtig!

1. Wie wähle ich das Umzugsunternehmen meines Vertrauens?

Bei stetig wachsender Zahl ansässiger Umzugsfirmen allein im Raum Berlin & Brandenburg dürfte die Wahl nicht leicht fallen. Als erstes sei zu sagen, dass der Billigste nicht immer der Beste sein muss. Hinzu kommen immer wieder windige Geschäftemacher, die das große Geld wittern, diese "Unternehmen" (sofern Sie im Besitz eines Gewerbes sind) verfügen teilweise noch nicht einmal über die erforderlichen Berechtigungen und Lizenzen für Transportleistungen, darüber hinaus fehlt meist die gesetzlich vorgeschriebene Haftpflichtversicherung.

Sie sollten sich folgende Frage stellen:

  • Hat das Unternehmen eine Erlaubnis für Transportleistungen und die dazugehörige Haftpflichtversicherung?

Gesetzesgrundlage für die Erlaubnispflicht im Güterkraftverkehr

Die Erlaubnispflicht begründet sich im §3 des Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG), dieser hat zur Folge, dass ein Umzugsunternehmer, der Fahrzeuge über 3,5 t höchstzulässiges Gesamtgewicht für seine Transporte einsetzt, bei der zuständigen Behörde für Ordnungsangelegenheiten eine so genannte Güterkraftverkehrserlaubnis oder EU-Lizenz beantragen muss.

Vorraussetzungen für die Erteilung:

  • Der Fuhrunternehmer muss der Behörde seine persönliche Zuverlässigkeit sowie seine fachliche Eignung nachweisen.
  • Die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmers muss gewährleistet sein.

Dies ist für unser dafürhalten sehr wichtig, schließlich vertrauen Sie dem Unternehmen persönliche und wertvolle Gegenstände an und haben ein Recht darauf, sicher zu gehen, dass das beauftragte Unternehmen für den Transport Ihrer Gegenstände überhaupt geeignet ist.

Sichern Sie sich in Ihrem eigenen Interesse ab und lassen sich die Güterkraftverkehrserlaubnis des Unternehmers vorlegen, bevor Sie den Auftrag durch Ihre Unterschrift erteilen.

2. Hat das Umzugsunternehmen eine Haftpflichtversicherung für Schäden?

Leider sind Schäden und Unfälle nie ganz auszuschließen und können immer wieder vorkommen.

Beachten Sie: Gemäß §7 des Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) ist der Unternehmer verpflichtet eine Güterschaden-Haftpflichversicherung abzuschließen.

Vertrauen Sie Ihr Umzugsgut nicht irgendjemanden an!

  • Unseriöse Umzugsunternehmen können meist keinen Versicherungsschutz nachweisen. Wer zahlt Ihnen in einem Schadensfall die aufgetretenen Schäden?
  • Sichern Sie sich auch hier ab! Lassen Sie sich den Versicherungsnachweis (dieser ist bei der Beförderung mitzuführen) vorlegen, bevor Sie den Auftrag erteilen!
  • Beachten Sie jedoch, die Haftung des Unternehmens wegen Verlust oder Beschädigung ist auf einen Betrag von 620 Euro je Kubikmeter Laderaum, der zur Erfüllung des Vertrages benötigt wird, beschränkt.

Der Unternehmer ist dann von der Haftung befreit, wenn er einen Schaden trotz der "Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns" nicht verhindern konnte, man spricht vom so- genannten unabwendbaren Ereignis. Hier kann der Umziehende eine Umzugstransportversicherung (optional) über den Zeitwert des Umzugsgutes abschließen und sich somit gegen das sogenannte unabwendbare Ereignis absichern.

3. Gibt es ein Zeichen für die Qualität eines Umzugunternehmens?

Gibt es ein Zeichen für die Qualität eines Umzugunternehmens?Der ausgewählte Umzugsunternehmer sollte Mitglied in einem Unternehmerverband des Transportgewerbes, wie der Fuhrgewerbe-Innung Berlin-Brandenburg e.V. sein. Diese ist Garant dafür, dass das in betrachtgezogene Unternehmen einer guten Beratung und Betreuung unterliegt. Des weiteren sind zufriedene Kunden aus der Vergangenheit immer gute Anzeichen für die qualitative Arbeit eines Unternehmens. Eine weitere Möglichkeit ist, den Firmennamen zu googeln (Firmenname im Suchfeld bei Google.de eingeben), dies bringt manchmal Unerwartetes zum Vorschein (Forenbeiträge, Presseartikel etc.).

4. Woran erkenne ich unseriöse Umzugsunternehmen?

Zeitungsanzeige ala` 3 Mann + LKW 69,00€In erster Linie erkennen Sie unseriöse Umzugsunternehmen an der Art Ihrer Anzeigengestaltung. "Beispiel: Billig-Umzug im Raum Berlin 2 Mann 199€". Hier sollten Sie Vorsicht walten lassen. In den meisten Fällen ist hier mit Ärger und Enttäuschungen zu rechnen. Mit so- genannten "Billigumzügen, Blitzschnell Umzügen etc." werben diese Unternehmen meist in Tageszeitungen und lokalen Anzeigeblättern oder auch durch den Einwurf von Handzetteln in Briefkästen. Darüber hinaus machen diese Unternehmen im Bezug auf Unternehmenswerbung eher einen provisorischen und laienhaften Eindruck.

"Der erste und äußere Eindruck sagt viel über das Unternehmen aus."

Solche Umzugsunternehmen zeichnen sich in der Regel durch Ungenauigkeit und Unzuverlässigkeit aus, oft erfolgt die Abgabe eines Angebotes an den Kunden nur telefonisch oder mündlich, ohne dies schriftlich zu quittieren. Eine ausführliche, bedarfs- & fachgerechte Beratung ist in den meisten Fällen weder gewährleistet noch aufgrund der Erfahrung möglich.

Grundsätzlich sollten Sie von solchen Unternehmen Abstand nehmen, die beispielsweise nur mit einer kostenlosen Abgabe eines Umzugsangebotes ausdrücklich werben. Dieser Vorgang ist in allen Umzugsunternehmen üblich und daher kein Werbegrund, geschweige denn ein Zeichen von besonderer Qualität. Außerdem sollte man darauf achten, ob das gefragte Unternehmen mit einem Preisangebot wirbt (z.B. 11 €/ Std). Dies entspricht einem Verstoß gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs mit der Wirkung , den Kunden über die tatsächlichen Kosten für Fahrzeug, Packmaterialien, Versicherung u.ä. hinweg zu täuschen.

5. Brauche ich einen schriftlichen Umzugsvertrag?

Gibt es ein Zeichen für die Qualität eines Umzugunternehmens?Unbedingt, denn nur so lassen sich im Nachhinein auftretende Probleme (im Notfall auch gerichtlich) klären. Haben Sie keinen schriftlichen Vertrag - haben Sie auch nichts in der Hand. Unseriös am Markt agierende Unternehmen verzichten aus verschiedensten Gründen auf schriftliche Verträge. Der dauerhafte Bestand des Unternehmens steht oft nicht im Vordergrund. Geht etwas zu Bruch, haben Sie als Kunde oft das Nachsehen.

Wichtig für Ihren Umzug:

  • Beratungsgespräch, verbunden mit der Besichtigung vor Ort
  • Alle Fakten, den Umzug betreffend, klären und schriftlich festhalten
  • Umzugsvertrag, Umzugsgutliste, Leistungsbeschreibung, Arbeitsschein und Nachtrag zum Umzugsvertrag

Dabei sollten die Verhältnisse am Wegzugs- bzw. Zuzugsort sowie Parkmöglichkeiten für das Entladen und Beladen geschildert werden; die Gegenstände, die umzuziehen sind, sollten in die Umzugsgutliste schriftlich aufgenommen werden; es sollte geklärt werden, welche bzw. ob der Umziehende bestimmte Arbeiten selber übernimmt; die Haftungsinformationen sollte gelesen und alle ausgefüllten Leistungsbeschreibungen sollten geprüft werden; Zahlungsmodalitäten müssen geklärt werden; bei Erweiterungen des eigentlichen Umzugsauftrags sollte eine Bestätigung durch Unterschrift in einem Nachtragsformular eingeholt werden; nach dem Entladen sollte eine sorgfältige Besichtigung des Umzugsgutes auf Schäden mit dem Umzugsverantwortlichen durchgeführt werden; eine eventuelle Schadensanzeige sollte rechtzeitig abgesendet werden.

6. Was bringt mir ein Kostenvoranschlag?

Ein Kostenvoranschlag ist lediglich ein geschätzter Preis und damit keine Kostengarantie. Abweichungen im Endpreis sind demzufolge vorbehalten. Der Unternehmer kann, muss aber nicht vor oder während des Umzugsvorgangs auf eine eventuelle Preiserhöhung hinweisen. Der Kunde hat dann zwar die Möglichkeit zu kündigen, jedoch folgen Erstattungsansprüche des Möbelspediteurs im Bezug auf bereits erfolgte Leistungen.

Ist der Festpreis jedoch als Endpreis / Festpreis / Pauschalpreis im Voranschlag vereinbart worden, so muss der Unternehmer diesen auch einhalten, es sei denn, der Kunde fordert während des Umzugs weitere Leistungen von ihm, die so nicht vorab geplant waren bzw. veranschlagt waren.

7. Wie kann ich Angebote und Umzugsleistungen vergleichen?

Angebotsvergleiche sind sicherlich wichtig, jedoch nicht immer einfach, da der Kunde oft nicht weiß, nach welchen Vergleichskriterien er gehen soll. Bei diesen Kriterien handelt es sich um das Umzugsvolumen und um die vereinbarten Nebenleistungen.

Mit dem Umzugsvolumen lässt sich der Zeitaufwand bestimmen. Um dabei keine ungenauen Schätzungen zu äußern, wird hierfür die Umzugsgutliste herangezogen. Diese enthält einen Umrechnungsschlüssel für eine bestimmte Anzahl Gegenstände und lässt somit eine genaue Schätzung zu. Dem Angebot sollte auf jeden Fall eine Leistungsbeschreibung, welche alle Nebenleistungen und den Zeitbedarf aufführen muss, beiliegen, da diese die Rechnungsgrundlage ist.

Wichtig sind auch Einzelpreise für Mitarbeiter, Fahrzeuge und Packmittel. Nur dann ist auch ein Angebotsvergleich möglich. Der Unternehmer kann entweder einen Festpreis mit dem Kunden vereinbaren oder eine Abrechnung nach der erbrachten Leistung. Bei dem Festpreis muss allerdings beachtet werden, dass hier lediglich die getroffenen Vereinbarungen einbezogen sind. Jede weitere Leistung, die während des Umzuges hinzukommt, muss natürlich dann extra bezahlt werden.

Unterschiede zwischen Angebot und Schlussrechnung treten regelmäßig auf und oft zum großen Erstaunen des Kunden. Zu solchen Unterschieden kommt es aus vielerlei Gründen. Dem Kunden steht es frei, zu entscheiden, ob er den Vertrag mit einem Festpreis abschließen will oder aber Abrechnung nach Aufwand verlangt. Der Unternehmer sollte auf jeden Fall auf beide Möglichkeiten verweisen.

Sollte Unklarheit darüber bestehen, welches Mobiliar umgezogen werden soll, weil der Kunde es zu diesem Zeitpunkt noch nicht wiess, ist eine Abrechnung nach Aufwand sicherlich nahe liegend. Der Kunde muss hierbei allerdings mit einer höheren Summe rechnen als im Angebot veranschlagt wurde, da folglich erst am Ende des Umzuges die Leistungen zu erfassen sind.

Die erbrachten Leistungen werden dann vom Kunden auf dem Arbeitsschein bestätigt. Ist dem Kunden die Umzugsmenge jedoch schon vor dem Umzug klar, kann der Unternehmer Umzugsgut, Zeit und Nebenleistungen bestimmen und somit einen Festpreis / Pauschalpreis aushandeln. In beiden Fällen kommt eine Mehrwertsteuer von 19 % hinzu, auf welche der Unternehmer schriftlich hinweisen sollte, bei Privatkunden muss er darauf hinweisen.

8. Wie verfahre ich bei notwendigen Montagen und Installationen?

Oft sind während des Umzugs Montage- oder Installationsarbeiten nötig. Ist dies der Fall, sollte unbedingt darauf geachtet werden, die Art der Arbeiten im Umzugsvertrag schriftlich festzuhalten, damit im Schadensfall keine Schwierigkeiten auftauchen können. Wird beispielsweise während des Umzugs erst auf Bitte des Auftraggebers hin eine Montage oder Installation verrichtet, gilt diese Arbeit lediglich als Gefälligkeit des Unternehmers und schließt somit dessen Haftung aus.

9. Wie verhalte ich mich, wenn Schäden entstanden sind?

Wie schon erwähnt, sind Schäden bei einem Umzugsablauf nicht auszuschließen, selbst wenn mit aller Vorsicht und Sorgfalt gearbeitet wird. Sollten also dennoch Schäden entstehen, ist es wichtig, die Schäden zunächst schriftlich zu erfassen und vor allem die nachfolgenden Reklamationsfristen einzuhalten. Hierbei unterscheidet man drei Schadensarten und die entsprechenden Fristen.

Handelt es sich um offensichtliche Schäden, also Schäden, wie zum Beispiel ein zerbrochener Spiegel oder ein gebrochenes Tischbein, sollte man spätestens am Tag nach dem Umzug den Schaden bei der Spedition melden. Der Unternehmer muss dann den Schaden an die Versicherung weiterleiten.

Ist der Kunde einverstanden, kann die Reparatur oder der Schadenersatz auch direkt vom Unternehmer selbst vollzogen werden. Bei verdeckten Schäden, also solche, die nicht äußerlich sofort zu erkennen sind, gilt eine Reklamationsfrist von 14 Tagen. Alle anderen Schäden, welche nicht zu den zuvor genannten Güterschäden gehören, sind sonstige Schäden, wie beispielsweise der beschädigte Treppenaufgang oder das zerkratzte Parkett, bei denen eine 1-monatige Frist einzuhalten ist.

10. Muss ich Pausenzeiten vergüten?

Dem Unternehmer steht das Recht zu, die Pausenzeiten als Arbeitszeiten dem Kunden in Rechnung zu stellen, auch wenn diese Zeiten nicht vertraglich vereinbart sind. In der Zeit, in denen die Mitarbeiter des Unternehmens für den Umzug eingesetzt sind, können sie selbstverständlich nicht anderweitig tätig sein. So entschied ein Amtsgericht in einem entsprechenden Urteil, das der Kunde dem Unternehmer die Pausenzeit vergüten muss.

TEICHERT Umzüge GmbH - Ein Umzugsunternehmen der Berliner Fuhrgewerbeinnung